Einstufung der Pflegebedürftigkeit ab 2017

So funktioniert die Einstufung in einen Pflegegrad ab 2017

Der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zu Ihrer pflegerischen Versorgung ist die Einstufung der Pflegebedürftigkeit. Das bedeutet, es muss festgestellt werden, ob und in welchem Maße eine Pflegebedürftigkeit bei Ihnen vorliegt. Nur dann können Sie Leistungen der Pflegeversicherung, wie z.B. die Übernahme der Kosten für Pflege und Betreuung, beziehen.

Natürlich können Sie auch ohne Pflegegrad Pflege- und Betreuungsleistungen durch einen Pflegedienst bei Ihnen erbringen lassen. Allerdings müssen Sie die anfallenden Kosten dann selbst übernehmen.

 

Die Antragstellung

Zunächst müssen Sie bei Ihrer Pflegekasse einen Antrag stellen. Dieser kann formlos erfolgen oder Sie rufen kurz bei Ihrer Pflegekasse an (erreichbar über Krankenkasse) und bitten darum, dass sie Ihnen ein entsprechendes Formular zusenden. Diese füllen Sie aus und senden es unterschrieben an die Kasse zurück.

Wichtig!

Die Leistungen der Pflegeversicherung werden rückwirkend ab Eingang des Antrages übernommen.

 

Die Begutachtung

Die Pflegekasse leitet Ihren Antrag nun an den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) weiter. Der MDK übernimmt die Rolle des neutralen Gutachters im Auftrag aller Krankenversicherungen und schickt Ihnen zur Begutachtung einen Fachmann oder Fachfrau (Arzt/Ärztin, Pflegekraft). Die Gutachter kündigen sich normalerweise vor ihrem Besuch schriftlich, manchmal auch telefonisch, an. Während der Begutachtung prüft der Gutachter wie selbständig die Person bestimmte Tätigkeiten durchführen kann bzw. welche Beeinträchtigungen der Selbständigkeit oder der Fähigkeiten vorliegen und ob Hilfe durch Andere erforderlich ist.

Die folgende Grafik zeigt die verschiedenen Bereiche, die bei der Begutachtung berücksichtigt werden:

Es werden 6 verschiedene Module in die Begutachtung miteinbezogen. Dabei werden Punkte für den Grad der Selbständigkeit vergeben. Diese Punktzahlen aus jedem Modul werden mit unterschiedlicher Gewichtung summiert. Die Gesamtpunktzahl bestimmt dann den Pflegegrad:

 

 

Hinweis

Der Gutachter wird viele Fragen stellen, die zum Teil unangenehm sein können, wie z.B. Fragen zur selbständigen Blasen- und Darmentleerung. Eine ehrliche Beantwortung der Fragen ist jedoch sehr wichtig, um den tatsächlichen Grad der Selbständigkeit und damit den richtigen Pflegegrad zu ermitteln. Wird aus Scham der Hilfebedarf verneint, so kommt es womöglich zur Einstufung in einen niedrigeren Pflegegrad und somit auch zu geringeren Leistungsansprüchen.

 

Nach der Begutachtung

Nach der Begutachtung sendet der Prüfer sein Gutachten mit Empfehlung eines Pflegegrades an die Pflegeversicherung. Diese teilt Ihnen dann das Ergebnis schriftlich mit.

Der Zeitraum von der Antragstellung bis zur Übermittlung des Bescheides darf laut Gesetz maximal 5 Wochen dauern. Andernfalls erhalten Sie 70 Euro pro Woche als Verzugszahlung. Befinden Sie sich bei Antragstellung im Krankenhaus oder einer Reha-Einrichtung, verkürzt sich der Zeitraum nach Antragstellung auf eine Woche.

Die Genehmigung erfolgt aber grundsätzlich immer rückwirkend ab Datum der Antragsstellung.

 

Muss ich die Begutachtungsergebnisse akzeptieren?

Wenn Sie mit dem Ergebnis der Begutachtung nicht einverstanden sind, können Sie innerhalb von 4 Wochen Widerspruch einlegen. Um Ihren Widerspruch begründen zu können, sollten Sie von Ihrem Recht auf Akteneinsicht Gebrauch machen und sich eine Kopie des Gutachtens zuschicken lassen.

Auf Grundlage dieses Gutachtens können Sie in Ihrem Widerspruch anführen, an welcher Stelle der Gutachter eine falsche Einschätzung abgegeben hat und den tatsächlichen Hilfebedarf darstellen.

Den Widerspruch schicken Sie dann an die Pflegeversicherung.

 

Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Unterstützung bei der Einstufung? Wir helfen Ihnen gerne weiter!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kategorie:  Pflegeblog

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